Beziehung zwischen negativen Nachrichten und psychischer Gesundheit

Für viele Leute gehört es zu ihrer täglichen Morgenroutine: das Lesen der tagesaktuellen Nachrichten. Für interessierte Bürger*innen gehört es zum guten Ton stets informiert zu bleiben. Für unsere Demokratie bedeutet die freie Presse eine Kontrollinstanz. Für unser Wohlbefinden können Nachrichten aber negative Auswirkungen bedeuten.

Leider sind viele der Nachrichten negativ. Das liegt in der Natur von Nachrichten: “Alles läuft weiterhin gut” ist keine spannende Headline. Nachrichten per se sind unerwartete Ereignisse - und damit oft negativ. Deswegen dominieren Ereignisse mit schlechtem Ausgang, wie Naturkatastrophen, Kriege und Unfälle oft unseren Newsfeed.

Gleichzeitig wissen Psycholog*innen spätestens seit den 70er Jahren , dass Negatives eine stärkere Wirkung auf uns hat als Positives (“losses loom harder than gains”). Eine ähnliche Aussage findet sich in den Arbeiten des Mediziners Hans Rosling, dessen Buch “Factfulness: Ten Reasons We’re Wrong About the World - and Why Things Are Better Than You Think” die Botschaft der breiten Öffentlichkeit vermittelte: Die Welt ist eigentlich besser als wir denken. Das ist sichtbar an Statistiken wie der weltweit sinkenden Armut und Kindersterblichkeitsrate. Und leider trägt die Medienwelt einen Anteil daran, dass viele die Welt als schlechter empfinden als sie in Wirklichkeit ist.

Während früher die Zeit, in der wir Nachrichten konsumiert haben, beschränkt war auf eine Tageszeitung oder die Nachrichten zu bestimmten Zeiten im Fernsehen zu schauen, gibt es mittlerweile kein Limit mehr. Alle Nachrichten sind zu jeder Zeit im Internet verfügbar. Außerdem erreichen uns Nachrichten aus aller Welt. Für jede Zeitung und jedes Magazin gehört es mittlerweile zum Usus Social Media Kanäle zu bespielen. Jedes Mal, wenn wir also Facebook, Instagram, Twitter und Co öffnen, erreichen uns wieder neue Nachrichten. Im Stundentakt werden wir informiert, meistens sogar mehrmals mit derselben Nachricht. Die neue Art und Weise Nachrichten zu konsumieren hat einen Einfluss auf unsere psychische Gesundheit.

Den Zusammenhang zwischen schlechten Nachrichten und negativen Gefühlen untersuchen Forscher*innen schon seit Jahrzehnten. Bereits 1997, bevor es Social Media überhaupt gab, publizierten zum Beispiel Wendy M. Johnston und Graham C.L. Davey im British Journal of Psychology (Vol. 88, Ausgabe 1) ihre Erkenntnisse über den Zusammenhang von negativen Fernsehnachrichten und persönlichen Sorgen. Unter dem Titel „The psychological impact of negative TV news bulletins: the catastrophizing of personal worries.” beschrieben sie, wie verschieden sich das Konsumieren von negativen, positiven und neutralen Nachrichten auf die psychische Verfassung der Studienteilnehmer*innen auswirken.

Im Zuge des Experiments wurden den Teilnehmer*innen Nachrichtensegmente gezeigt, die ausschließlich positiv, negativ oder neutral waren. Um die Auswirkung auf das psychische Wohlbefinden zu untersuchen, mussten Studienteilnehmer*innen davor und danach Angaben zu ihrem psychischen Zustand in Form von Fragebögen machen und wurden interviewt.

Das Experiment ergab, dass jene Teilnehmer*innen, die ausschließlich negative Nachrichten gesehen hatten, sich mehr Sorgen machten, als jene der anderen Versuchsgruppen. Außerdem interessant: Die Probanden sorgten sich nicht um die Dinge, die sie in den Nachrichten sahen, sondern um dieselben persönlichen, finanziellen oder zukunftsbezogenen Ängste, die sie bereits zuvor hatten. Daraus schlossen die Studienautor*innen, dass der Konsum von Nachrichten einen relevanten Einfluss auf unsere allgemeine psychische Verfassung hat.

Wir wissen natürlich auch, dass nicht immer gute Dinge in der Welt passieren. Und wir wissen auch, dass es wichtig ist informiert zu bleiben, zu hinterfragen und kritisch zu denken. Das wollen wir auch niemandem nehmen. Was wir allerdings auch wissen, ist, dass man dem negativen Effekt von schlechten Nachrichten entgegen wirken kann. Und genau das wollen wir mit einer bewusst positiven Nachrichtenauswahl tun.

Es ist einfach zu glauben, dass die Welt immer schlechter wird, obwohl das eigentlich nicht der Tatsache entspricht. Wir wollen euch helfen das Positive zu sehen. Wir wollen euch von Menschen erzählen, die einen guten Einfluss auf unsere Gesellschaft haben. Wir wollen Erfindungen vorstellen, die Leben retten können oder unserer Umwelt etwas Gutes tun. Und positiven Projekten die Aufmerksamkeit schenken, die sie verdienen. Kurz gesagt: Wir wollen Gute Nachrichten mit euch teilen!

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