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„Papamonat" verbessert Gesundheit von Jungmüttern

Veröffentlicht am 15. Juni

Gute Nachrichten parents_kid

Aus gegebenem innenpolitischem Anlass in Österreich – Stichwort Papamonat – möchten wir diese Woche die Ergebnisse des NBER Working Paper „When Dad Can Stay Home – Fathers‘ Workplace Flexibility and Maternal Health“ zusammenfassen. Wie der Titel verrät untersuchen die beiden Ökonominnen Persson und Rossin-Slater darin den Einfluss von flexiblen Arbeitszeiten für Jungväter auf die körperliche und mentale Gesundheit von Jungmüttern während den ersten 18 Monaten nach der Geburt eines Kindes. Die Forscherinnen kommen zu dem Ergebnis, dass erhöhte Arbeitszeitflexibilität ein geringeres Risiko von gesundheitlichen Komplikationen und eine bessere mentale Gesundheit der Mütter bedingt.

Ausgangspunkt der Untersuchung ist ein „natürliches Experiment“ in Schweden aus dem Jahr 2012. Grundsätzlich funktioniert die Elternkarenz in Schweden vergleichbar mit Österreich: Nach der Geburt eines Kindes besteht Anspruch auf insgesamt 18 Monate Elternkarenz. Der Unterschied: Seit 2002 sind zwei Monate – seit 2016 sogar drei Monate – der gesamten Elternkarenz für den anderen Elternteil reserviert. Diese Zeit verfällt, wenn sie nicht in Anspruch genommen wird. Weil die meisten schwedischen Frauen länger als drei Monate in Karenz sind, bedeutet das de facto, dass schwedische Männer mindestens drei Monate in Karenz gehen.

13 der insgesamt 18 Monate der Karenz werden ähnlich dem österreichischen einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld bezahlt. Bis 2012 bestand aber eine Regelung, dass bezahlte Karenz nicht von beiden Elternteilen gleichzeitig in Anspruch genommen werden konnte. Stattdessen bestand die Möglichkeit für Väter zusätzliche zehn Tage innerhalb der ersten zwei Monate des Mutterschutzes mit staatlicher Unterstützung zu Hause zu bleiben. 2012 wurde dieser Anspruch um einen vollen Monat während dem ersten Jahr nach einer Geburt verlängert.

Um diese Gesetzesänderung zu beurteilen, vergleichen die Autorinnen in einem ersten Schritt die Gesundheit von Müttern, die ihr erstes Kind im Zeitraum drei Monate vor und jenen, drei Monate nach dem Stichtag des 1. Jänner 2012 bekamen. Damit das Ergebnis nicht auf irgendeine Weise durch die Monate verfälscht werden kann, vergleichen Persson und Rossin-Slater in einem zweiten Schritt den sechsmonatigen Untersuchungszeitraum auch mit demselben Zeitraum in den Jahren 2010/2011, 2009/2010 und 2008/2009. Die Ökonominnen kommen zu dem Ergebnis, dass nach der Gesetzesänderung Behandlungen von Komplikationen im Zusammenhang mit einer Geburt um 14% zurückgingen. Außerdem wurden 26% weniger Beruhigungsmittel an Jungmütter verschrieben.

Die Studie stellt Good News in zwei Varianten dar: Zuallererst ist da der offensichtlich positive Einfluss der Gesetzesänderung auf die Gesundheit von Jungmütter. Zweitens liefert die Untersuchung des schwedischen Beispiels aber auch eine Grundlage für faktenbasierte Politikentscheidungen in anderen Ländern.

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