Gesellschaft

Abiy Ahmed Ali mit Friedensnobelpreis ausgezeichnet

Am 12 Oktober, 2019

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Der äthiopische Premierminister Abiy Ahmed Ali erhält den Friedensnobelpreis 2019. Das Preiskomitee begründete die Entscheidung mit Ahmeds Eintreten für Frieden in Nordostafrika und hob seine entscheidende Rolle in der Lösung des Grenzkonflikts zwischen Äthiopien und Eritrea hervor.

Abiy Ahmed Ali ist seit April 2018 äthiopischer Premierminister. In seiner Antrittsrede versprach er neben nationalen Reformen auch die Wiederaufnahme der Verhandlungen mit Nachbarland Eritrea. 20 Jahre nach dem Beginn der ursprünglichen Kampfhandlugen im Eritrea-Äthiopien-Krieg unterzeichnete Abiy Ahmed Ali gemeinsam mit dem Präsidenten von Eritrea, Isaias Afwerki, im Juli 2018 den Friedensvertrag, der den Krieg auch formal offiziell beendete. Das Beenden des Konfliktes bezeichnete das norwegische Nobelkomitee als entscheidenden Grund für die Verleihung des Friedensnobelpreises 2019 an Abiy Ahmed Ali. Die offizielle Verlautbarung ist im unten eingebetteten Tweet nachzusehen.

Watch the very moment the 2019 Nobel Peace Prize is announced.

Presented by Berit Reiss-Andersen, Chair of the Norwegian Nobel Committee.#NobelPrize #NobelPeacePrize pic.twitter.com/EIATBAMVp7

— The Nobel Prize (@NobelPrize) October 11, 2019

Abiy war aber nicht nur maßgebend in der Beilegung des Konflikts seines Heimatlandes, sondern schaltete sich auch entscheidend in die Schlichtung anderer Konflikte in (Nord-)Ostafrika ein: Abiy und seine Regierung nahmen eine aktive Rolle in der Normalisierung der diplomatischen Beziehungen zwischen Eritrea und Dschibuti, sowie der Wiederaufnahme von Verhandlungen zwischen den Bürgerkriegsparteien im Sudan ein. Genauso intervenierte die äthiopische Regierung im Grenzstreit zwischen Kenia und Somalia.

In Äthiopien selbst versprach Abiy eine Stärkung der Demokratie: Zu Beginn seiner Amtszeit hob er den zuvor herrschenden Ausnahmezustand auf, begnadigte politische Häftlinge, hob die Zensur von Medien auf, legalisierte zuvor verbotene Oppositionsgruppen und entließ hohe Beamte unter Korruptionsverdacht. Außerdem soll die Rolle äthiopischer Frauen im Alltags- und Politikleben gestärkt werden.

Das Nobelpreiskomitee verweist in ihrer offiziellen Verlautbarung auf mögliche Kritik zur Preisvergabe: Vor Abiy Ahmed Ali und Äthiopien läge trotz aller frühen Erfolge noch viel Arbeit und so könnten Kritiker anmerken, dass die Auszeichnung an Abiy Ahmed verfrüht sei. Das Komitee entgegnet dem Kritikpunkt, dass sie „Abiy Ahmed als die Person sehen, die im letzten Jahr am meisten getan hat, um den Friedensnobelpreis zu verdienen“.

Aron Simeneh [CC0], via Wikimedia Commons

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