International

Armut in Indien seit den 90er-Jahren um die Hälfte reduziert

Am 17 Oktober, 2019

Gute Nachrichten India

Der Anteil der indischen Bevölkerung, der in extremer Armut lebt, ist neuen Daten der Weltbank zufolge seit den 90er-Jahren halbiert worden. Gleichzeitig ist die Wirtschaftsleistung in den letzten 15 Jahren um durchschnittlich über 7% gestiegen.

„Die Eliminierung von extremer Armut [in Indien] innerhalb von zehn Jahren ist in Reichweite“ stellte ein Bericht der Weltbank vor dem heutigen Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut fest. Die indische Bevölkerung erlebte in den letzten zwei Jahrzehnten erstaunliches Wachstum: Die Wirtschaftsleistung wuchs in den letzten 15 Jahren im jährlichen Durchschnitt um über 7%. Der Anteil an Menschen, die in Indien in extreme Armut – definiert als ein geringeres Einkommen als $1,90 pro Tag (in Preisen aus dem Jahr 2011, für 2018 circa $2,12 aufgrund von Inflation) – leben, ist neuen Daten zufolge zwischen 1993 und 2011 von 45,9% auf 21,2% gesunken. Damit einher gingen Verbesserungen der Infrastruktur – von der Anbindung an Elektrizität und sauberes Wasser über wetterfeste Straßen bis hin zu besserem Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung.

Mit der Entwicklung zu einem sogenannten „middle income country“ steht Indien laut Prognosen von Expert*innen vor einigen Herausforderungen: Die indische Wirtschaft müsse nachhaltiger werden. Außerdem steht die indische Gesellschaft vor Veränderungen, gerade wenn es um Gleichberechtigung geht. Indien hat mit 27% weltweit eine der niedrigsten Frauenerwerbsquoten, gerade in ländlichen Gebieten steht hier ein Umbruch bevor (Über einen Ansatz, der dem Umbruch verhelfen soll, haben wir berichtet).

Die Zusammenfassung der Weltbank zur Lage Indiens erschien dienstags vor einem strategischen Treffen mit der Schwesterorganisation, dem Internationalen Währungsfonds IMF. Gleichzeitig fällt die Nachricht aber auch in einen symbolischen Zeitraum: Einerseits ist der 17. Oktober seit 1992 von den Vereinten Nationen zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut erklärt worden. Andererseits erhielten diese Woche drei Ökonom*innen den „Wirtschaftsnobelpreis“ für ihre Forschung zum Thema Armut und deren Linderung (wir berichteten). Einer der drei Preiträger*innen ist der in Indien geborene und heute in den USA forschende Abhijit Banerjee.

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