International

Das Lohnschema von Lehrenden verbessert Lernen in Entwicklungsländern

Am 7 Juni, 2019

Gute Nachrichten teacher_classroom

Für ein Feldexperiment entwarfen drei Ökonomen ein spezielles System, um Lehrer leistungsabhängig zu entlohnen. Die Ergebnisse des Experiments zeigen, dass die Maßnahmen der Forscher die Leistungen der untersuchten SchülerInnen steigerten.

Leistungsabhängige Entlohnung ist ein kontrovers diskutiertes Thema – besonders wenn es sich um die Entlohnung von Lehrern handelt. Deswegen sei vorneweg angemerkt: Es handelt sich zwar um ein politisch diskutiertes Thema, wir möchten aber die positiven, wissenschaftlichen Ergebnisse eines NBER Working Papers teilen. Die drei Studienautoren Mbiti, Romero und Schipper stellen die Frage, wie leistungsabhängige Entlohnung für Lehrer effektiv genutzt werden kann.

Leistungsabhängige Entlohnung für Lehrer ist in Entwicklungsländer von besonderem Interesse. Wie der Bericht der Weltbank zu Bildung aus dem Jahr 2018 beschreibt, schaffen viele Schulen weltweit trotz Investitionen in Bildung es nicht, den SchülerInnen die notwendigen Fähigkeiten – wir sprechen von Lesen, Schreiben und Rechnen – auch wirklich beizubringen. Deswegen sind Regierungen genauso wie ForscherInnen daran interessiert, die Arbeit von LehrerInnen effektiver zu gestalten. Einer dieser Versuche besteht in leistungsabhängigen Lohnschemata. Deswegen führten die drei Autoren ihr repräsentatives Experiment auch in Tansania mit insgesamt 180 öffentlichen Schulen durch. Dabei untersuchten sie den Einfluss von zwei unterschiedlichen leistungsabhängigen Lohnschemata. Wie aus medizinischen Studien bekannt wurden die 180 Schulen deswegen in zwei Behandlungsgruppen und eine Kontrollgruppe zu je 60 Schulen aufgeteilt.

Bei dem ersten Schema spricht man von einem „rank-order tournament“. In diesem Turnier wird die relative Leistung der SchülerInnen bewertet und entlohnt. Die SchülerInnen schreiben zu Beginn des Schuljahres einen standardisierten Test, werden anhand der Ergebnisse in Leistungsgruppen eingeteilt und am Ende des Jahres erneut getestet. Die relative Verbesserung zwischen Jahresanfang und Ende ergibt die Rangordnung der SchülerInnen innerhalb ihrer Leistungsgruppe. Auf Basis dieser Rangordnung erhalten die LehrerInnen ihre leistungsbezogene Entlohnung.

Im zweiten Schema werden unterschiedliche Leistungsziele festgeschrieben und die LehrerInnen werden für jedes erreichte Ziel ihrer SchülerInnen entlohnt. Das erste Schemata benachteiligt Lehrer in besonders schwachen Regionen oder Klassen nicht zusätzlich, weil die relative Leistung von Bedeutung ist. Wegen der zweifachen Testung und der komplizierteren Auswertung ist dieses Schema aber auch teurer als das simplere zweite Lohnmodel. Die durchschnittliche zusätzliche Entlohnug entsprach in beiden Fällen insgesamt etwa einem halben Monatsgehalt der LehrerInnen.

Beide Lohnschemata verbessern die Leistungen der SchülerInnen statistisch signifikant im Vergleich mit der Kontrollgruppe. Der positive Effekt ist aber für die zweite, simplere Variante größer. Dieses Ergebnis fällt damit in ein bekanntes Muster, dass sich bei den NBER Working Paper, die wir zusammenfassen findet: Mit simplen Methoden schaffen es Forscher in diesem und vergleichbaren Experimenten positive Ergebnisse zu erzielen. Genauso wie die Autoren hoffen auch wir, dass die Erkenntnis aus dieser Studie die Diskussion um optimale Lehrerentlohnung anregt, damit Bildung bei jenen ankommt, die sie am meisten benötigen.

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