Umwelt

Diego – Ein Schildkrötenpatriarch darf sich zu Ruhe setzen

Am 13 Januar, 2020

Gute Nachrichten galapagos_tortoise-min

Eine Galpagos-Riesenschildkröte auf der Charles-Darwin-Forschungsstation auf Santa Cruz (Bild: Nicolas Völcker / Wikimedia Commons).

Der Bestand einer Untergattung der Galapagosschildkröten erholte sich in circa 50 Jahren von 15 auf über 2000 Tiere. Den Hauptanteil daran trägt eine männliche Schildkröte namens Diego: Schätzungen zufolge sind 40% der heutigen 2000 Schildkröten seine direkten Nachkommen. Jetzt wurde Diego aus seinem Zuchtprogramm entlassen und darf in die freie Wildbahn zurückkehren.

Diego ist eine über 100 Jahre alte, männliche Schildkröte einer Untergattung der Galapagos-Riesenschildkröten. Quasi im Alleingang soll sein Sexualverhalten seine Art gerettet haben. Nationalpark-Direktor Jorge Carrion sagte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass die anstehende Entlassung Diegos aus dem Zuchtprogramm des Nationalparks in die freie Wildbahn ihn “mit Freude erfüllt”.

Die Untergattung der Galapagos-Schildkröten namens Española-Riesenschildkröte (wissenschaftlich: Chelonoidis nigra hoodensis) war in den 60er-Jahren beinahe ausgestorben. Ihren Namen verdanken die Schildkröten der Insel Española, der zwölftgrößten der über 130 Inseln der Galapagos-Inselgruppe, auf der sie beheimatet sind. In freier Wildbahn lebten zum damaligen Zeitpunkt nur mehr 14 Tiere in freier Wildbahn - davon zwölf Weibchen und zwei Männchen. Ein weiteres Männchen namens Diego lebte im Tiergarten von San Diego. Im Rahmen eines Zuchtprogramms wurde auch Diego nach Española geschifft. Aus dem einstigen Bestand von nur 15 Tieren hat sich dank dem Zuchtprogramm mittlerweile eine Population von über 2000 Tieren gebildet, die sich auch in freier Wildbahn weiter vermehrt. Deswegen kündigte die Nationalparkleitung am Freitag, dem 10. Jänner das erfolgreiche Ende des Zuchtprogramms via Facebook an. Damit werden Diego und die restlichen Tiere des Zuchtprogramms wieder in freie Wildbahn und ihren “Ruhestand” entlassen - redlich verdient, nachdem sie ihre Spezies gerettet haben!

Vaterschaftstests zeigen, dass rund 40% der heute lebenden Tiere der Española-Riesenschildkröten Diegos Nachkommen sind. Damit ist Diego aber nicht einmal der fruchtbarste Vertreter seiner Art: Denn von den anderen beiden ursprünglichen Männchen – genannt “E3” und “E5” – hat E3 kaum Nachwuchs gezeugt, während E5 für knapp 60% des heutigen Bestandes seiner Art verantwortlich ist. Trotzdem hat Diego die Rolle im Rampenlicht bekommen und wird in Kurzmeldungen internationaler Medien gefeiert. Der Grund dafür: Diego soll in seinem Paarungsverhalten relativ aggressiv gewesen sein, während E5 zurückhaltender und sich vor allem eher in der Nacht gepaart haben soll.

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