Gesundheit

Gesünder Essen mit Verhaltensforscher*Innen

Am 9 Oktober, 2019

Gute Nachrichten healthy food

Verhaltensforscher*Innen zeigen, wie uns Namen und Beschreibungen von gesunden Gerichten beeinflussen: In einer US-weiten Versuchsreihe wählten Kantinenbesucher*Innen gesundes Essen eher, wenn die Namen und Beschreibungen der Gerichte auf guten Geschmack verwiesen.

In einer neuen Studie zeigt ein Forscher*Innenteam rund um Hauptautorin Alia Crum, PhD. wie Informationen über unterschiedliche Mahlzeitmöglichkeiten unsere Entscheidung beeinflussen. Eigenschaftswörter und Zuschreibungen, die den Geschmack und das verbundene Wohlbefinden von gesunden Gerichten hervorheben, führen dazu, dass Menschen eher die gesunde Mahlzeit in Kantinen wählen. Gesundes Essen, dessen Geschmack beschrieben wird, wird 29% öfters gewählt als gesundes Essen, dessen gesundheitlichen Vorteile hervorgehoben werden und um 14% öfters als gesundes Essen mit neutraler Beschreibung.

Es klingt im ersten Moment wie eine Binsenweisheit: Wieso sollte man zu gesundem Essen greifen, nur weil man weiß, dass es gesund ist? Schließlich ist Essen vor allem Genuss und Wohlbefinden und damit mit deutlich mehr verbunden als „nur“ unserer Gesundheit. Auch wenn wir uns den langfristigen positiven Folgen von gesundem Essen bewusst sind, bedeutet das noch lange, dass wir unser Wissen auch in die Tat umsetzen, wenn eine „kleine Sünde“ griffbereit ist. Schließlich schmeckt gesundes Essen nicht so gut wie die kleine Sünde. So zumindest der verbreitete Glaube.

Egal, wie wir persönlich in der Geschmacksfrage stehen, die Gesundheitsfrage ist eindeutig. Gesundes Essen ist aber auch eine Kostenfrage – nicht nur für jeden einzelnen von uns, sondern vor allem für Regierungen und Entscheidungsträger*Innen weltweit. Schätzungen zufolge betragen die jährlichen Gesundheitskosten als Folge ungesunder Ernährung in Industrienationen und entwickelten Ländern mehrere Milliarden jährlich. In Österreich belaufen sich die jährlichen volkswirtschaftlichen Kosten für ungesunde Ernährung und mangelnde Bewegung laut einer Studie der Johannes-Kepler-Universität Linz aus dem Jahr 2014 auf bis zu 12,2 Milliarden Euro. Dementsprechend groß ist das Interesse an Maßnahmen, die zu Verhaltensänderungen führen.

Die neue Studie erweitert die Erkenntnisse einer vorangegangenen Arbeit von Bradley Turnwald, einem Doktoranden von Crum, aus dem Jahr 2017: Fisolen (green beans) sollten zum Beispiel nicht einfach nur als „green beans“ oder gar als „light’n’low-carb green beans and shallots“ bezeichnet, sondern ausschweifend als „sweet sizzling green beans and crispy shallots“ angespriesen werden. So würden mehr Menschen zu gesundem Essen greifen, wovon nicht nur ein Einzelner oder eine Einzelne, sondern über den Umweg der Gesundheitskosten wir alle profitieren würden.

Foto via Dan Gold on Unsplash

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