Sport

Iranische Frauen durften erstmals seit Jahrzehnten wieder Fußballspiel besuchen

Am 13 Oktober, 2019

Gute Nachrichten 2048px-Iranian_female_football_fan

Zum ersten Mal seit der Islamischen Revolution 1979 durften iranische Frauen ein Männerfußballspiel besuchen. 4000 iranische Frauen kauften ihre eigenen Tickets und sahen das WM-Qualifikationsspiel zwischen dem Iran und Kambodscha. Die Erlaubnis ist ein erster Schritt, der hoffentlich zu mehr Gleichberechtigung führt.

Seit 40 Jahren durften iranische Frauen am 10. Oktober zum ersten Mal offiziell ein Fußballspiel der Männernationalmannschaft besuchen. In den letzten Jahren gab es zwar immer wieder Ausnahmen, die es wenigen Frauen erlaubten, ein Spiel im Stadion zu verfolgen, dieses Mal durften Frauen aber offiziell ihre eigenen Karten kaufen. Der Iranische Verband stellte auf Druck des Weltverbandes FIFA 4000 Karten für Frauen zur Verfügung. Die Frauen saßen in einem eigenen, abgegrenzten Bereich, getrennt von den männlichen Zusehern und sahen einen 14:0 Heimsieg der iranischen Männernationalmannschaft gegen Fußballzwerg Kambodscha.

Iran ist das letzte Land der Welt, das Frauen den Zugang zu Fußballspielen verwehrt. Bis 2018 galt auch in Saudi-Arabien ein Stadionverbot für Frauen. Der iranische Erzrivale in der Region hob das Stadionverbot als Teil einer Sozialreform auf, die es Frauen in Saudi-Arabien auch endlich erlaubt Auto zu fahren. Die jüngste Entwicklung im Iran verlief dagegen nicht komplett freiwillig: Anfang September führte der Suizid von Sahar Khodayari für öffentliche Entrüstung in der islamischen Republik. Die 29-jährige Frau hatte als Mann verkleidet versucht, ein Fußballspiel ihrer Lieblingsmannschaft zu besuchen und sich aus Angst vor einer drohenden Gefängnisstrafe öffentlich selbst verbrannt.

Daraufhin drohte eine Direktive der FIFA dem iranischen Fußballverband mit dem Ausschluss aus allen Bewerben, darunter auch der laufenden WM-Qualifikationsrunde, sollte der iranische Verband Frauen nicht ohne Beschränkung in Stadien zulassen. Die Anzahl der verkauften Tickets an Frauen sollten dabei lediglich durch die Nachfrage beschränkt sein. Der iranische Verband hat damit die Forderungen der FIFA nicht vollends erfüllt. Einerseits hoffen wir, dass die Forderungen in Zukunft komplett erfüllt werden, andererseits wünschen wir uns aber natürlich auch, dass es nicht bei dem kleinen Schritt bleibt: Natürlich ist der Zugang zu Fußballstadien eine symbolische Errungenschaft, aber es kann nur eine erste kleine Entwicklung für die Gleichberechtigung von Frauen im Iran darstellen.

Bildrechte: geisagholian [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

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