International

Mädchenfreundliche Schulen in Burkina Faso

Veröffentlicht am 5. Juli

Gute Nachrichten schoolchildren

In einer neuen Studie untersucht eine Gruppe von US-Ökonomen die langfristigen Folgen von mädchenfreundlichen Schulen in Burkina Faso. Die Ergebnisse zeigen, dass die betroffenen Mädchen bessere schulische Leistungen erbringen.

Global besuchen 130 Millionen Mädchen im Pflichtschulalter keine Schule. Als ob Bildung nicht allein schon für die persönliche Entwicklung einen riesigen Stellenwert einnehmen sollte, ist Mädchen- und Frauenbildung besonders in Niedrigeinkommensländern von großer Bedeutung: Frauenbildung wirkt positiv auf Gesundheit und Bildung potenzieller zukünftiger Kinder, den Wohlstand des Haushaltes und in weiterer Folge auch auf die jeweilige Gemeinschaft und die ganze Gesellschaft. Auf den Punkt gebracht: Mädchen- und Frauenbildung ist wichtig.

Deswegen überrascht es auch nicht, dass international viele Projekte die Bildungsmöglichkeiten für Mädchen und Frauen verbessern wollen. In den Ländern Afrikas südlich der Sahara bestehen sowohl die größten Herausforderungen als auch das größte Potential für solche Projekte.

Im Rahmen des Burkinabe Response to Improve Girls‘ Chances to Succeed (BRIGHT) wurden 127 Grundschulen in Burkina Faso errichtet. Die Schulen sollen hohe Qualität für alle Kinder bieten, aber speziell mädchenfreundlich ausgerichtet sein. In einem neuen NBER Working Paper analysieren die Ökonomen Ingwersen, Kazianga, Linden, Mamun, Protik und Sloan den Einfluss des Projekts zehn Jahre nach dessen Start.

Das BRIGHT-Programm startete 2006 mit dem Bau von Grundschulen in 127 ausgesuchten Dörfern. Diese Dörfer wurden aus insgesamt 293 Dörfern mit niedrigen Einschulungsraten unter besonderer Berücksichtigung der Anzahl an möglichen Schülerinnen ausgewählt. Das Auswahlverfahren steht auch im Zusammenhang mit der Untersuchungsmethode: Die Idee ist, dass Dörfer, die gerade noch ausgewählt wurden und Dörfer, die gerade nicht ausgewählt wurden, quasi gleich sind. Vergleicht man diese Dörfer erhält man den kausalen Effekt des BRIGHT-Programms.

Dieser kausale Effekt zeichnet ein deutliches Bild: Zehn Jahre nach dem Beginn des Programms ist der Anteil an Frauen im Alter zwischen 19 und 22 in ausgewählten Dörfern mit Grundschulabschluss um fünf Prozentpunkte beziehungsweise 34% höher als in nicht-ausgewählten Dörfern. Der Anteil, der eine Sekundärschule besuchte, stieg um vier Prozentpunkte beziehungsweise 33%. Die Frauen in dieser Altersgruppe absolvieren durchschnittlich ein halbes Jahr mehr an Schulbildung und erreichen signifikant bessere Ergebnisse auf standardisierte Tests. Außerdem ist der Anteil, der in diesem Alter bereits verheiratet ist, um zehn Prozentpunkte und der Anteil mit Kindern um sechs Prozentpunkte niedriger.

Für Mädchen im Alter von 13 bis 18 ist der akademische Effekt noch größer: Das Programm führt im Durchschnitt zu eineinhalb Jahren mehr an Schulbildung und einem größeren Effekt auf standardisierte Tests. Aber auch Buben, die BRIGHT-Schulen besuchen, erzielen bessere schulische Leistungen. Der positive Effekt ist aber geringer als für ihre Mitschülerinnen. Das bedeutet, durch die spezielle Mädchenfreundlichkeit der Schulen, gelang es auch den zuvor bestehenden Gendergap zu schließen.

Die Analyse des BRIGHT-Programms zeigt, wie Zugang zu qualitativen Grundschulen zu besseren Bildungsergebnissen, Chancengleichheit für Mädchen und Frauen und langfristigen Verbesserungen führen kann. Der Fokus auf Mädchen- und Frauenbildung setzt sowohl den Grundstein für Gleichberechtigung als auch einen wichtigen demographischen Wandel in Ländern mit niedrigen Einkommen.

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