Gesellschaft

Neue Behandlung: Brustkrebsüberlebende wird Mutter

Am 1 März, 2020

Gute Nachrichten joshua-reddekopp-qLFJKFBppPM-unsplash (1)

Ein Neugeborenes in Frankreich ist das Ergebnis einer neuen Methode zur künstlichen Befruchtung, die einen Kinderwunsch trotz Diagnose Krebs verwirklichen kann. Die Eizellen werden nicht nur im Labor befruchtet, sondern auch gereift.

Französische Mediziner*innen berichten, dass eine Frau fünf Jahre nach ihrem Sieg über Brustkrebs Mutter geworden ist. Der Brief in den Annals of Oncology beschreibt den Fall der Frau, die anonym bleiben möchte: Die Frau war nach überstandener Chemotherapie krebsfrei ‒ aber auch unfruchtbar. Vor der Chemotherapie entnahmen Mediziner*innen des Antoine Béclère Universitätskrankenhauses im Süden von Paris der Frau gesunde Eizellen. Die Besonderheit an der Behandlung? Die Eizellen wurden im Labor gereift. Der Jules getaufte Sohn der anonymen Frau ist das erste Kind, das auf diese Art gezeugt wurde.

Die neue Methode ist aus einer Not heraus geboren. Denn das herkömmliche Vorgehen bei künstlichen Befruchtungen hätte die Patientin in Gefahr gebracht. Zum Zeitpunkt der Krebsdiagnose stellten die behandelnden Ärzt*innen 17 Follikel fest. Unter normalen Umständen bringen Ärzt*innen bei künstlichen Befruchtungen mehrere Eizellen durch Hormonbehandlung zur Reifung in den Follikeln im Körper und entnehmen später reife Eizellen. Ein solches Vorgehen hätte wichtige Zeit gekostet und den Beginn der Chemotherapie verzögert. Eine Alternative ist die Entnahme, das Einfrieren und spätere wieder Einsetzen von Ovarialgewebe. Hat sich der Krebs aber bereits in das Ovarialgewebe ausgebreitet, besteht bei dieser Methode nach überstandener Chemotherapie die Gefahr Krebszellen wieder in den Körper einzusetzen.

Stattdessen entschloss sich die Patientin dazu sieben ihrer unreifen Eizellen entnehmen zu lassen. Das Team rund um Dr. Michael Grynberg reifte die Zellen im Labor und fror sie ein. Fünf Jahre nach der Chemotherapie entschied sich die anonyme Frau für eine künstliche Befruchtung. Sechs der Eizellen überstanden den Auftauprozess und wiederum fünf konnten erfolgreich befruchtet werden. Aus eine der Zellen wurde schließlich Jules, das erste Kind, das auf diese Art gezeugt wurde. Die Methode wird aber bereits weiter angewendet: Zwei weitere Frauen sind auf dieselbe Art schwanger geworden und momentan in Behandlung im Antoine Béclère Universitätskrankenhaus.

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