Technik

Neue Entdeckung gibt Hoffnung für vielseitige Krebstherapien

Am 24 Januar, 2020

Gute Nachrichten Healthy_Human_T_Cell-min

Eine menschliche T-Zelle unter einem Elektronenmikroskop (NIAID/NIH [Public domain]).

Forscher*innen haben einen bisher unbekannten Rezeptoren-Typ in weißen Blutkörperchen entdeckt, der unterschiedliche Krebsarten erkennt. Bisherige Tests im Labor waren erfolgreich, kommende klinische Studien sollen die Wirksamkeit der Rezeptoren in einer neuen, vielseitigen Krebstherapie zeigen.

Eine kürzlich erschienene Studie im Fachmagazin Nature Immunology könnte den Weg für eine zukünftige Therapie gegen mehrere Formen von Krebs geebnet haben. Unter der Leitung von Wissenschaftler*innen der University of Cardiff hat ein internationales Team ein neues Rezeptoren-Molekül in T-Zellen, einer Form von weißen Blutzellen, entdeckt. T-Zellen sind Teil bestimmter Krebstherapien, die bisher bekannten Rezeptoren der T-Zellen brauchen dafür aber ein maßgeschneidertes Verfahren. Dagegen könnten die Ergebnisse der Studienautor*innen Grundstein einer neuen Therapie für die gesamte Bevölkerung und gegen mehrere Krebsformen sein.

T-Zellen sind als weiße Blutzellen Teil des menschlichen Immunsystems. Sie erkennen und bekämpfen körperfremde Zellen. Manche neuartigen Krebstherapien beinhalten die Veränderung von T-Zellen im Labor, sodass sie Krebszellen angreifen. 

Dabei haben solche Therapien gewisse Schwachstellen: Die veränderten T-Zellen erkennen nur wenige Krebsformen und - viel schwerwiegender - müssen von Patien zu Patient neu abgestimmt werden. Der Grund dafür sind Rezeptoren der T-Zellen namens Humane Leukozytantigene (HLA). Das HLA-System ermöglicht T-Zellen zwar überhaupt erst das Erkennen von Krebszellen, ist aber von Mensch zu Mensch unterschiedlich.Und bei diesem Problem kommt die neue Entdeckung ins Spiel und öffnet vielleicht den Pfad zu einer Lösung.

Denn das Team rund um Andrew Sewell, Professor für Medizin an der University of Cardiff, hat Rezeptoren an T-Zellen gefunden, die sich innerhalb der menschlichen Bevölkerung nicht unterscheiden. Ansonsten zeigen die sogenannten MR1-Moleküle dieselben Eigenschaften beim Erkennen von Krebszellen wie HLA-Rezeptoren. Professor Sewell spricht in einer Aussendung seiner Universität deshalb auch von “der Möglichkeit einer universellen Krebstherapie”..

Bevor eine solche Therapie aber verwirklichbar ist, benötigt es noch weitere Tests. Die Ergebnisse an künstlichen Zellen im Labor waren bisher positiv, vor dem Versuch an Menschen braucht es aber auch noch ein besseres Verständnis des Vorgangs rund um MR1. Im Zeitplan der Studienautor*innen sind erste klinische Versuche Ende 2020 vorgesehen.

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