Motivation

Reden hilft!

Am 9 Oktober, 2019

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Heute ist Tag der mentalen Gesundheit. Menschen mit psychischen Krankheiten werden heutzutage noch immer stigmatisiert. Wir möchten mit dem Tabu brechen. Darum geht es bei uns heute um das Thema Psychotherapie. Wir sprechen über Wirksamkeit und geben Tipps wie ihr den/die ideale Psychotherapeut*In finden könnt!

Seit es uns Menschen gibt, gibt es Psychotherapie. In verschiedenen Formen oder unter anderen Namen. In Ephesos gab es unterirdische Tunnel, die an der Decke mit Löchern versehen waren. Unglückliche Menschen schickte man durch diese Tunnel, während von oben aufmunterende Botschaften hineingerufen wurden. Nachher behaupteten sie, dass es die Götter waren, die zu den Leidenden gesprochen hatten. Die kirchliche Seelsorge ist eng verwandt mit der Psychotherapie. Auch die Praktiken der Schamanen in Südamerika weisen viele therapeutische Elemente auf. Und in der östlichen Medizin ist es selbstverständlich, dass Seele und Körper nicht voneinander getrennt, behandelt werden.

Gesprächstherapie wie wir sie heute kennen, wurzelt in der Psychoanalyse von Sigmund Freud. Im 19. Jahrhundert erkannte der Arzt, dass psychisches Leiden sich bessert, wenn man darüber spricht. Natürlich sind viele Ideen von Freud längst nicht mehr aktuell. Dennoch wurzelt in ihr eine der bekanntestens psychotherapeutischen Schulen: Die Psychoanalyse.
Mittlerweile gibt es in Österreich 23 anerkannte psychotherapeutische Methoden. Manche sind bekannter, wie zum Beispiel die Verhaltenstherapie. Andere wiederrum sind noch nicht im Bewusstsein der breiten Masse angekommen, wie die Katathym Imaginative Psychotherapie oder die Integrative Gestalttherapie.

Eine Gemeinsamkeit aller Schulen ist ihre Wirksamkeit. Viele Wissenschaftler*Innen haben probiert herauszufinden wie gut Psychotherapie tatsächlich wirkt. Dies ist besonders schwierig, weil die Heilungschancen nicht nur von der Psychotherapie alleine abhängen, sondern auch vom Krankheitsbild, sozialen Umfeld, etc...der Klient*Innen.
Trotzdem konnte Wissenschaftler*Innen beweisen, dass Psychotherapie wirksam ist. 

Schon 1977 wurde versucht die Effektivität von Psychotherapie zu messen. So gaben damals Smith und Glass anhand von 475 Einzelstudien an, dass Psychotherapie zu 85% wirksam ist. Mittlerweile wurde diese Zahl etwas nach unten korrigiert. Mit 60-70% bei erfolgreichem Abschluss einer Therapie ist diese immer noch sehr hoch. Prof. Dr. Sven Barnow, Leiter des Lehrstuhls für Klinische Psychologie/ Psychotherapie an der Universität Heidelberg, beschäftigt sich in seinem Buch „Therapie wirkt!“ genau mit dieser Frage. 

Doch der Beginn einer Psychotherapie kann schwer sein. Allein schon die Hürde den/die richtige/n Therapeut*In zu finden, stellt für viele ein Problem dar. Es empfiehlt sich, sich vorher ein paar Gedanken zu machen, wie man sich den/die ideale Therapeut*In vorstellt. Weiblich/Männlich? In welchem Bezirk ansässig? Welche psychotherapeutische Schule einen anspricht usw... Wenn diese Frage geklärt sind, kann man auf psyonline.at alle derzeit praktizierenden Psychotherapeut*Innen einsehen und auch filtern. Dies erleichtert die Suche enorm.

Ist diese Hürde erst Mal überstanden und es geht um ein tatsächliches Erstgespräch, gibt es ein paar Punkte, die ein/e gute/r Psychotherapeut*In auf jeden Fall ansprechen sollte: Kosten, Krankenkassenzuschuss, Absageregelung, Art der Dokumentation, Frequenz und Länge der Psychotherapie und im Idealfall erklärt er/sie ihre Methode und etwas über seine/ihre therapeutische Schule. Er oder sie wird dir auch eine Bedenkzeit geben, ob du dir die Zusammenarbeit vorstellen kannst.

Dann ist das wichtigste: Vertraut auf euer Bauchgefühl! Eines der wichtigsten Kriterien für eine erfolgreiche Psychotherapie ist die Beziehung zwischen Klient*In und Therapeut*In. Mit dem richtigen Bauchgefühl, könnt ihr das maximale aus eurer Psychotherapie herausholen. 

Falls ihr dringend jemanden zum reden braucht, könnt ihr die Psychiatrische Soforthilfe unter (01) 31330 erreichen, oder die Telefonseelsorge unter 142.

Bildrechte: Dan Meyers via unsplash.com
 

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