International

Sichere Landwirtschaft in Nigeria

Am 14 Juli, 2019

Gute Nachrichten field

In einer neuen Studie untersuchen drei Ökonomen die Folgen einer Intervention für sichere Arbeitsweisen mit nigerianischen Bauern. Die Ergebnisse zeigen, dass die ausgewählten Bauern sicherer arbeiten und dadurch gesünder sowie produktiver sind.

Schlechte Arbeitsverhältnisse in der Landwirtschaft sind für circa zehn Prozent der Todesfälle in Niedrigeinkommensländern verantwortlich.  Der Hauptgrund dafür ist ungeschulter Umgang mit Pestiziden. Ohne gezielte Gegenmaßnahmen wird die Zahl an Verletzungen und Todesfällen weiter steigen. Eine Gruppe von drei Ökonomen testeten in einem neuen NBER Working Paper eben solche Gegenmaßnahmen.

Olowogbon, Babatunde und Asiedu wählten in ihrer Studie zufällig 480 nigerianische Bauern für eine randomisierte Kontrollstudie aus. Die Studiengruppe erhielt ein zweiteiliges Programm: zuerst ein einmaliges Training in sicheren Arbeitswesen und danach regelmäßige Erinnerungen an die gelernten Informationen über einen Zeitraum von drei Monaten. Verdeutlichen wir die Bedeutung solcher Informationen mit einem Beispiel: In der Grundgesamt gaben nur 47% der Bauern vor Projektbeginn an, sich die Hände nach dem Hantieren mit Pestiziden zu waschen.

Nach dem Ende des Programms fanden die Forscher bei den Bauern eine signifikante Verbesserung des Wissens zu sicheren Arbeitsweisen. In einem eigens erstellten Test waren die durchschnittlich erreichten Punkte in der Studiengruppe doppelt so hoch wie in der Kontrollgruppe. Genauso signifikant ist der Rückgang von krankheitsbedingten Fehlzeiten: Bauern in der Studiengruppe sind im Durchschnitt seltener krank – viereinhalb Tage anstelle von sechseinhalb. Dabei ist jeder Tag von Bedeutung: Die drei Ökonomen kommen auf Basis ihrer erhobenen Daten zu dem Ergebnis, dass jeder zusätzliche Krankheitstag mit einer 3% geringeren Ernte des jeweiligen Bauers verbunden ist.

Die Verbesserung von Arbeitszuständen und Gesundheit sind an sich bereits gute Nachrichten. Die verbesserte Gesundheit spielt aber auch eine wichtige Rolle für den Lebensunterhalt der Bauern und ist damit auch aktive Armutsreduktion. Wie bei so vielen Studien, die wir hier vorstellen, hat also auch in diesem Fall eine simple Intervention große Auswirkungen auf das Wohlergehen vieler Menschen.

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