Innovation

The Ocean Cleanup „expandiert“ in Säuberung von Flüssen

Am 27 Oktober, 2019

Gute Nachrichten 2048px-Litter_on_Singapore's_East_Coast_Park

„Tausend Flüsse enthalten 80% der weltweiten Plastikverschmutzung aller Flüsse“, sprach The Ocean Cleanup-Gründer Boyan Slat bei der Präsentation der „Interceptor“ getauften Lösung seiner Organisation. Die Interceptors sind autonome, solarbetriebene Plastikauffangvorrichtungen und sollen weltweit Flüsse reinigen. Ziel ist es, dass über Flüsse kein neues Plastik in die Ozeane gelangt.

The Ocean Cleanup ist eine NGO, die sich der namensgebenden Säuberung der Ozeane verschrieben hat. Der Gründer, Boyan Slat, hatte seine Idee erstmals bei einem TEDx-Talk im Jahr 2012 vorgestellt: Ein passives System aus im Wasser treibenden Elementen, dass mit Hilfe der natürlichen Strömung das Plastik der Ozeane einsammelt. Nachdem Anfang Oktober erste Erfolge im Einsammeln von Plastik im Großen Pazifischen Müllteppich (engl.: Great Pacific Garbage Patch) gemeldet wurden, präsentierte The Ocean Cleanup gestern ihr bisher geheimes Projekt: die Interceptor.

In einer Werft in der Nähe des Organisationssitzes in Rotterdam stellte The Ocean Cleanup das nächste Organisationsziel vor: Bis 2025 weltweit tausend Flüsse unter Verwendung der Interceptors zu reinigen. Die Präsentation ist online nachsehbar.

„Tausend Flüsse enthalten 80% der weltweiten Plastikverschmutzung aller Flüsse“ fasste Boyan Slat ein Forschungsergebnis seiner Organisation zusammen. Während es bereits verschiedene Ansätze für die Reinigung von Flüssen gibt, gab es wegen verschiedenen Umweltfaktoren bisher keine Universallösung, die in Flüssen weltweit eingesetzt werden konnte. Hier kommen die Interceptors ins Spiel.

Die Funktionsweise der Interceptors sobald der Plastikmüll einmal in der Öffnung der schwimmenden Vorrichtung gelandet ist, ist simpel. Das Plastik landet auf einem Fließband und wird so ins Innere der Sammelanlage transportiert. Komplizierter ist dagegen der Weg des Plastiks zu den Sammelvorrichtungen. Das Prinzip für die Reinigung der Flüsse nutzt wie auch in den Ozeanen die natürliche Strömung aus: In den Flüssen platzierte Barrieren leiten den treibenden Plastikmüll in Richtung der Öffnung der Interceptors. Deswegen ist die Position der Sammelanlagen im Fluss von großer Bedeutung und auch von Fall zu Fall unterschiedlich.

Zwei Interceptors sind bereits in Betrieb. Der Prototyp säubert den Cengkareng Fluss in Jakarta, Indonesien, während ein zweiter auf dem Klang Fluss, der durch die malaysische Hauptstadt Kuala Lumpur fließt, aktiv. Beide Interceptors sammeln autonom täglich 24 Stunden lang durchschnittlich 50.000 Kilogramm Plastikmüll ein. Unter idealen Bedingungen ist laut Angaben von The Ocean Cleanup sogar die doppelte tägliche Menge möglich.

Den neuen Fokus seiner Organisation auf Flüsse erklärt Slat damit, dass die Vision von The Ocean Cleanup nicht nur das Sammeln des bestehendes Plastikmülls in den Ozeanen sei, sondern auch das Verhindern von neuem. Das Sammeln von Plastikmüll in den Ozeanen soll kein langfristiges Geschäftsmodell sein: „Das Ziel ist es, unseren eigenen Geschäftszweig zu schließen“.

Bildrechte: vaidehi shah from Singapore [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

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