Gesellschaft

Vlad Gozman - Ein Interview über 10 Jahre TEDxVienna

Am 4 Dezember, 2019

Gute Nachrichten vlad

Wir hatten das Vergnügen Vlad Gozman, den Gründer von TEDxVienna, zu interviewen. Mit ihm haben wir einen Blick in die Vergangenheit und in die Zukunft geworfen. Außerdem haben wir uns mit ihm darüber unterhalten, wie es sich anfühlt, so viele Menschen zu berühren und wofür er besonders dankbar ist. Das ganze Interview gibt es in unserem Magazin zu lesen!

Viele kennen Vlad als Moderator auf der TEDxVienna-Bühne, als Gründer mehrerer Unternehmen, als Künstler und als Meister von Wortwitzen. Und vor allem immer als Teil einer Community. Egal, ob als Musiker in seiner Heimat Rumänien oder als Gründer von TEDxVienna, Vlad versammelt Menschen um sich, die etwas schaffen wollen. Was es dazu braucht? Ausdauer, Leidenschaft und ein wenig Humor.

Vor zehn Jahren traf Vlad die Entscheidung nach Wien zu ziehen. Zu den ersten Schritten des Ankommens zählte natürlich eine Community zu finden, derer man sich anschließen kann. Oder eine zu gründen, wenn das in der eigenen Natur liegt. Wie die letzten zehn Jahre verraten, war zweiteres der Fall.

„TED-Talks kannte ich schon. In Bukarest gab es bereits seit 2009 TEDx. Schließlich habe ich TED direkt kontaktiert und gefragt, ob es auch in Wien eine Community gibt. Da dem nicht so war, wurde ich direkt damit beauftragt die TEDx-Community in Wien aufzubauen.“, erzählt uns Vlad über die Anfänge von TEDxVienna.

Während andere TEDxs besonders gerne bekannte Gesichter auf die Bühnen holen oder geübte Sprecher*innen, beschreibt uns Vlad als Wunschspeaker*in das absolute Gegenteil davon. Seine Traumvorstellung ist es Menschen eine Bühne zu geben, die bisher noch keine hatten. Menschen, von denen vorher noch nie jemand gehört hat und deren Ideen dadurch an die Öffentlichkeit gelangen. Schließlich machen sich nicht alle TEDx Kurator*innen so viel Arbeit, wie das Wiener Team. Gemeinsam mit seinen Kolleg*innen Reka Artner und Alina Nikolaou, arbeitet er das ganze Jahr über daran Speaker*innen zu finden.

Das Thema der Konferenz wird übrigens schon jedes Jahr im Jänner festgelegt. Es werden Vorschläge des ganzen Teams eingeholt, die finale Entscheidung liegt allerdings beim Kurationsteam. Und obwohl Vlad als Gründer des Vereins die alleinige Entscheidungsmacht tragen könnte, wird schnell klar, dass das nicht sein Ziel ist. Sein Ziel ist es eine Community um eine Idee zu versammeln, die auch ohne ihn weiter bestehen könnte. Genau deshalb gibt er Wissen weiter und Verantwortung ab. Er spricht von Empowerment und davon Mitarbeiter*innen auf Augenhöhe zu begegnen und verdeutlicht, dass er nicht nur den Ideen, sondern auch den Menschen Raum geben möchte, sich weiterzuentwickeln. Eine Formel, die seit zehn Jahren zu funktionieren scheint.  Und auch wenn Vlad TEDxVienna als sein „Baby“ bezeichnet, könnte er sich vorstellen, in den nächsten zehn Jahren seine Organisation aus der Hand zu geben, als Zuseher eine Konferenz zu besuchen und sich selbst neu zu erfinden.

TEDxVienna war die letzten zehn Jahre zwar immer eine Konstante in seinem Leben, hat ihm aber trotzdem gelehrt, mit Unsicherheit zu leben. Denn jedes Wachstum ist auch mit Herausforderungen und Hindernissen verbunden. Gerade in solchen Zeiten ist es besonders wichtig Ausdauer zu beweisen. So weiß der Unternehmer und Vereinsvorstand, dass es vielen Menschen genau daran fehlt: „Ich kenne viele Leute, die kurz vorm Durchbruch aufgehört haben und gerade da ist Ausdauer einfach extrem wichtig.“ Wenn man ihm zuhört, drängt sich einem die Frage auf, ob jeder dafür gemacht ist, solche Projekte großzuziehen. Schließlich ist diese Investion an Zeit und Ressourcen auch mit Opfern verbunden. Vor allem in den ersten beiden Jahre von TEDxVienna, gab es Momente in denen er sich überlegte aufzuhören. Da er vieles aus eigener Tasche bezahlen musste, war die finanzielle Belastung für den damals 25 Jährigen groß.

Wenn man ihm zuhört, klingt es als wäre es das Einfachste auf der Welt. Wenn man nachhakt, wird einem bewusst, dass er davon spricht ein Unternehmen zu führen und eine Organisation, in der ungefähr 80 Personen aktiv mitarbeiten. Zusammen ergibt das eine 60 Stunden Woche. Gerade deshalb weiß er, dass diese Arbeitssituation auch nicht für jeden geeignet ist und „Einfach machen!“ nicht für alle funktioniert.

Was ihn persönlich glücklich macht und antreibt? Menschen miteinander zu verbinden und glücklich zu sehen. Vor allem, wenn er einen Beitrag dazu leisten konnte. Etwas, dass er in den letzten zehn Jahren einige Male geschafft hat. Außerdem die vielen guten Nachrichten, die „normale“ Medien nicht aufgreifen. Dank seiner Arbeit bei TEDxVienna weiß er, dass es davon genug gibt!

 

Der Beitrag wurde von der Redaktion gekürzt. Die Reportage kannst du in voller Länge in unserem Magazin lesen.

 

Bildrechte: Natalia Sander/TEDxVienna

Hast du auch Gute Nachrichten?

Wie schaut's bei dir aus? Hast du heute vielleicht etwas Gutes erlebt? Wir wollen auch deine Guten Nachrichten hören.

Share your Good News
Das Magazin für gute Nachrichten

Zeit für gute Nachrichten! #3

Das Magazin für gute Nachrichten ist zurück, in der dritten Auflage!

Hol's dir