Bildung

Wie Forscher*innen daran arbeiten, dass Kindern mehr vorgelesen wird

Am 12 Januar, 2020

Gute Nachrichten Oma_beim_Vorlesen

Wissenschaftler*innen erforschen, wie finanziell schwachen Eltern geholfen werden muss, um ihren Kindern mehr vorzulesen. Sinn und Zweck der Forschung: Geringere Bildungs- und Einkommensungleichheit, sowie vor allem Kinder ein besseres Leben zu ermöglichen.

In einer neuen Studie untersuchen dreifranzösische Sozialwissenschaftler wie das Vorlesen von Eltern an Kinder gefördert werden kann. Während die bestehende Literatur hervorhebt wie wichtig Vorlesen ist, finden die wenigsten vorangegangen Studien Erfolge in Versuchen das Vorlesepensum zu erhöhen. Carlo Barone, Dagegen finden Denis Fougère und Clément Pin, dass gezielte Informationen an die Eltern und das Einbinden der Kinder in der Buchauswahl sowohl das Vorlesepensum erhöhen als auch den Wortschatz der Kinder verbessern. Übrigens: Eine ausführlichere, nicht-technische Zusammenfassung der Studie auf Englisch ist auf voxeu.org zu finden.

Junge Eltern erfahren es von allen Seiten: Frühkindliche Entwicklung ist wichtig und hat Vorhersagekraft für den späteren Lebensweg – vor allem, wenn es um Gehälter geht. Während für einige damit Wettkämpfe schon sehr früh beginnen, sind auf der anderen Seite Familien in schwierigen finanziellen Situationen oft benachteiligt. Einer der wichtigsten Bestandteile ist das Vorlesen, beziehungsweise gemeinsame Lesen von Eltern und Kindern.

Nicht nur in der Schule muss gefördert werden, die frühkindliche Entwicklung betrifft vor allem den familiären Kreis. Gerade Kindern aus benachteiligten Familien – typischerweise finanziell schwächer gestellt oder mit Migrationshintergrund – soll Vor- beziehungsweise gemeinsames Lesen zu besserer Bildung verhelfen. Barone, Fougère und Pin führten ihre Studie mit 1.700 4-jährigen Kindergartenkindern aus benachteiligten Pariser Gegenden durch. Die Hälfte der 1.700 Kinder umfassten die Kontrollgruppe, die andere Hälfte die Experimentalgruppe. Dabei berücksichtigten sie Information als die wichtigste Barriere: Jene Familien, für die die Informationen am wichtigsten wären, tendieren dazu keine Informationsabende zu besuchen.

Stattdessen informierten die Forscher die Familien der Experimentalgruppe über Flyer und Telefonanrufe über die Bedeutung des Vorlesens für Entwicklung und spätere Möglichkeiten. Ähnlich wichtig für das Design der Studie: Die Kinder suchten sich über einen Zeitraum mehrerer Monate aus einer bereitgestellten Auswahl an Kinderbüchern jeweils ein Buch aus. Damit wollten die Forscher sicherstellen, dass die Kinder auch vorgelesen bekommen wollten. Die effizienten Maßnahmen führten dazu, dass im Vergleich mehr Eltern ihren Kindern täglich vorlasen – im Durchschnitt eine Steigerung von acht Prozentpunkten, bei Eltern mit niedriger Ausbildung sogar um 16 Prozentpunkte. Genauso bewirkten die Maßnahmen eine Verbesserung der Ergebnisse auf einen standardisierten Vokabeltest.

Bildrechte: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Oma_beim_Vorlesen.jpg" title="via Wikimedia Commons">Beat Ruest</a> [<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0">CC BY-SA</a>]

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