Leadership

Millennials und ihre Großzügigkeit

Veröffentlicht am 18. Mai

Gute Nachrichten charity

Millennials sind faul, nicht belastbar und egoistisch. Seit Jahren liest man ähnliche Meinungen in Tageszeitungen oder im Internet. Von solchen Pauschalisierungen halten wir nicht viel bei Storyboard. Deswegen freut es uns ganz besonders, diese Woche das NBER Working Paper „Are Millennials Really So Selfish? Preliminary Evidence from the Philanthropy Panel Study“ für euch zusammenzufassen.

Die beiden Ökonomen Koczanski und Rosen versuchen die Frage zu beantworten, indem sie Spenden für Wohltätigkeitsorganisationen von US-Haushalten vergleichen. Die beiden Forscher finden in ihrer Untersuchung, dass Millennials zwar etwas seltener spenden als andere Generationen. Wenn sie spenden, tun sie das aber mindestens in derselben Menge wie ältere Generationen.

Für ihre Untersuchung verwenden die Autoren US-Daten einer Langzeitstudie namens Philanthropy Panel Study. Im Zeitraum von 2001 bis 2015 wurden knapp 15.000 Haushalten in acht Wellen befragt. Neben Fragen zum Spendenverhalten sind demographische Angaben, allen voran zu Alter, Ausbildung und Einkommen von Bedeutung für die Studie.

Mit diesen Daten vergleichen Koczanski und Rosen das Spendenverhalten von unterschiedlichen Generationen zum gleichen Zeitpunkt. Wenn nur die durchschnittlichen Spenden verglichen werden, sind die Ergebnisse eindeutig: Millennials spenden statistisch signifikant seltener und weniger großzügig als andere Generationen.

Ausschließlich den Durchschnitt zu betrachten ist aber nicht ausreichend. Wenn man weitere Eigenschaften, wie Ausbildung und Einkommen kontrolliert, zeigt sich ein komplizierteres Bild: Spenden steigen mit Einkommen, Vermögen, Ausbildungsjahren und der Anzahl der Kinder. Außerdem spenden verheiratete, gesunde und religiöse Menschen mehr. Wenn die Autoren diese Eigenschaften in ihrem Modell berücksichtigen, finden sie, dass der Unterschied der Spendenhäufigkeit geringer wird, Millennials aber immer noch wesentlich seltener spenden. Jene Millennials, die aber Geld für wohltätige Zwecke bereitstellen, spenden mehr als Spender anderer Generationen.

Die Untersuchung zeigt, dass das Bild der Millennials komplexer ist als gerne dargestellt.  Die Arbeit kann zwar keinen Ursache-Wirkung-Zusammenhang herstellen, zeigt aber, dass junge Menschen in einer modernen Gesellschaft nicht egoistischer als ihre Vorgänger sind. Und das sind Good News für die Zukunft.

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