Sport

Der Wings for Life World Run und die Rückenmarksforschung

Am 5 März, 2020

Gute Nachrichten Wings_for_Life

DIe Stiftung Wings for Life hat sich das Ziel gesetzt, Querschnittslähmungen zu heilen. Seit 2004 hat die von Heinz Kinigadner und Dietrich Mateschitz gegründete Stiftung auf dem Weg zu diesem Ziel 211 Forschungsprojekte finanziert.

Im Juli 2003 stürzt Hannes Kinigadner im Alter von 19 Jahren, bei einem Motorradrennen. Diagnose: Halswirbelbruch. Seitdem ist Hannes, Sohn des Doppel-Motocross-Weltmeisters Heinz Kinigadner, querschnittsgelähmt. 2004 gründeten Heinz Kinigadner und Dietrich Mateschitz die Stiftung Wings for Life. Seit dem Jahr 2014 organisiert die Stiftung den Wings for Life World Run. 2019 nahmen über 120.000 Läufer*innen und Rollstuhlfahrer*innen 186 verschiedener Nationalitäten in 72 Ländern unter dem Motto "Laufen für jene, die es nicht können" teil. Wir haben die Frau hinter der Organisation, Wings for Life CEO Anita Gerhardter, interviewt.

Storyboard Productions: Warum bist du für Wings for Life tätig?

Anita Gerhardter:  Das Thema Querschnittslähmung hatte für mich - wie wahrscheinlich für viele Menschen, die keinen unmittelbaren Berührungspunkt dazu haben - keine Relevanz. Bis 2003. Im Juli dieses Jahres ist Hannes Kinigadner, der im weiteren Sinne Teil unserer Familie ist, schwer gestürzt und zog sich eine Querschnittslähmung zu. Ich habe hautnah miterlebt, was das für einen Menschen bedeutet. Wie sich das Leben von einer Sekunde auf die andere drastisch verändert. Das tragische Ereignis und die Folgen waren für mich Anlass, aktiv zu werden.

Storyboard Productions: Wie ist es zu der Idee gekommen, das Anliegen der Stiftung ‒ Querschnittslähmung zu heilen ‒ mit dem Wings for Life World Run zu verknüpfen?

Anita Gerhardter: Querschnittslähmung bedeutet so viel mehr als nicht gehen können. Viele Menschen haben dazu aber keinen Bezug und wissen sehr wenig über Rückenmarksverletzungen. Wir wollten in der Bevölkerung ein Bewusstsein dafür schaffen und weltweit auf uns aufmerksam machen. Ein Red Bull Mitarbeiter hatte die Idee für einen weltweiten Lauf mit einer beweglichen Ziellinie. Ein Tag, eine gemeinsame Startzeit. Wir waren begeistert. Natürlich hatten wir keine Ahnung, wie komplex und aufwendig es ist, ein Event dieser Dimension zu organisieren. Und darüber bin ich rückblickend auch ganz froh. Ich hatte nur dieses Bild vor Augen, wie dieser Wings for Life World Run eines Tages aussehen wird. Durch Red Bull haben wir einen großartigen Hauptsponsor, der sämtliche administrativen Kosten trägt. 100 Prozent aller Spenden gehen somit direkt in die Forschung.

Storyboard Productions: Was fehlt aus deiner Sicht, sodass der Durchbruch in der Humanmedizin gelingt, Querschnittslähmung zu heilen?

Anita Gerhardter: Zuerst gilt es das Wort Durchbruch zu definieren. Diese eine Pille, die man nur schlucken muss, damit alle Funktionen zurückkehren, wird es so nicht geben. Es ist mehr ein stückchenweises Zurückgewinnen an Funktionen. Früher waren Menschen der Überzeugung, Querschnittslähmung sei unheilbar. Da gibt es nichts zu machen. Heute sind wir so weit, dass wir sehr wohl etwas für die betroffenen Menschen tun können.
Neben Grundlagenforschung haben wir vor kurzer Zeit auch eine sehr erfolgreiche Studie zum Thema Elektrostimulation finanziert. Patient*innen wurden Elektroden im Lendenwirbelbereich direkt auf das Rückenmark transplantiert, mit getakteten elektrischen Impulsen schafften sie wieder erste selbstständige Schritte. Neurochirurg*innen lernen, wie man die Elektroden einsetzt und wieder andere Ärzt*innen lernen, wie man das Reha-Training mit dieser Patient*innen gestaltet. Es gibt sehr hoffnungsvolle Entwicklungen auf allen Ebenen.
Das alles ist natürlich eine Zeit- und auch eine Geldfrage. Je mehr Forschung wir fördern können, desto größer sind die Chancen, dass aus der Vielzahl dieser Projekte ein wesentlicher Meilenstein oder vielleicht sogar der Quantensprung dabei ist.

Das vollständige Interview mit Anita Gerhardter, weitere Infos rund um Wings for Life, sowie viele weitere gute Nachrichten und positiven Geschichten findet ihr in unserem neuen Magazin.

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