Umwelt

Wirksames Fischereimanagement: Im Durchschnitt wachsen begutachtete Fischbestände

Am 19 Januar, 2020

Gute Nachrichten fishing_vessel

Etwa die Hälfte der weltweit gefangenen Fische stammt aus wissenschaftlich beobachteten und begutachteten Beständen. Eine neue, großangelegte Studie zeigt, dass sich die durchschnittlichen begutachteten  Fischbestände erholen. Das sogenannte Fischereimanagement zeigt also Wirkung.

Eine neue, frei zugängliche (!) Studie unter der Leitung von Meeresbiolog*innen der University of Washington kommt zu dem Ergebnis, dass intensive Regulierungen der Fischerei ihren gewünschten Effekt erzielen: Fischereimanagement verringert die Menge der gefangenen Fischen und erlaubt es Fischbeständen sich wieder zu erholen.

Unter Fischereimanagement verstehen Expert*innen verschiedene Maßnahmen gegen Überfischung. Zu den bekanntesten Instrumenten des Fischereimanagements gehören unter anderem Fangquoten, Beschränkungen der Fangtage oder auch eine Obergrenze für die Motorleistung von Fischerbooten. 

Überfischung ist seit den 70er-Jahren ein öffentlich diskutiertes Thema. Das grundlegende Problem des Themas: Kurz- und langfristige optimale Fangmengen klaffen weit auseinander. Wegen der Gefahr des Überschreitens von nachhaltigen Fangmengen sind in den vergangenen Jahrzehnten weltweit eine Vielzahl an Regulierungen erlassen worden.

Für ihre Untersuchung hat die Gruppe von zwanzig internationalen Meeresbiolog*innen Daten aus verschiedenen Quellen zusammengetragen, die in dieser Form bisher noch nicht analysiert wurden. Damit können die Forscher*innen in ihrer Studie jene Fischbestände abdecken, die circa 50% der weltweit gefangenen Fische liefern. Dabei konnten die Autor*innen zeigen, dass die am weitesten reichenden Maßnahmen zu Erholungen der Fischbestände über den national vorgegeben Zielen liegen. Das mag nach einem wenig überraschenden Ergebnis klingen. Dabei muss aber bedacht werden, dass die wissenschaftliche Kontrolle von Maßnahmen einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass jene Maßnahmen allgemein akzeptiert und auch ausgeweitet werden können.

Trotz der guten Nachricht müssen wir die Euphorie ein wenig bremsen: Die Autor*innen gehen davon aus, dass die Fischbestände in schlechterem Zustand sind, die die andere Hälfte des weltweiten dokumentierten Fangs liefern. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse der Studie aber, dass intensives Fischereimanagement Wirkung hat -  die Werkzeuge für nachhaltige Fischerei existieren! Also besteht nicht nur Hoffnung, sondern auch ein klarer Weg, dass Fische, genauso wie der Fischfang weltweit langfristig überleben.

Bildrechte: By Xiaoyang 2018 - Own work, CC BY-SA 4.0, Link

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