Bildung

Wirtschaftsnobelpreis für Erforschung von Armut

Am 14 Oktober, 2019

Gute Nachrichten Esther_Duflo

Der Preis der Schwedischen Reichsbank in Wirtschaftswissenschaft in Gedenken an Alfred Nobel geht 2019 an Abhijit Banerjee, Esther Duflo und Michael Kremer für ihre Arbeit im Bereich der Entwicklungsökonomik und ihrem „experimentellen Ansatz zur Linderung globaler Armut“. Mit Esther Duflo (Bild) geht der Preis erst zum zweiten Mal an eine Frau.

In der ersten Ausgabe unseres Magazins für gute Nachrichten berichteten wir, dass die Einkommensungleichheit weltweit abnimmt und immer weniger Menschen in extremer Armut leben. Dementsprechend freut es uns auch, dass eine Ökonomin und zwei Ökonomen für ihre Arbeit zum Thema Armut mit dem „Nobelpreis“ für Wirtschaftswissenschaften 2019 ausgezeichnet werden. Die Preisträger und Preisträgerin waren maßgeblich daran beteiligt einen neuen Standard für die Erforschung von Armut durchzusetzen: Armut hat Einfluss auf jeden Lebensbereich, darunter aber vor allem Gesundheit, Bildung und Arbeit. Um Armut effektiv zu bekämpfen, arbeiteten Banerjee, Duflo und Kremer an gezielten Maßnahmen in diesen kleineren Teilbereichen. Seit den 90er-Jahren erproben sie, wie Maßnahmen gestaltet sein müssen, um wirkungsvoll zu sein.

Außerdem hervorzuheben ist, dass Esther Duflo erst die zweite Preisträgerin in der 50-jährigen Geschichte des „Wirtschaftsnobelpreises“ nach Elinor Ostrom im Jahr 2009 ist. Gleichzeitig ist die 46-Jährige aber auch die jüngste Preisträgerin des Preises für Wirtschaftswissenschaften.

Mitte der 90er-Jahre erforschte Michael Kremer bildungspolitischer Maßnahmen in Kenia: Gemeinsam mit anderen Co-Autor*innen zeigte er zum Beispiel, dass die Bereitstellung von gratis Frühstück in Schulen zu 30% höherer Anwesenheit führte. Banerjee und Duflo griffen diesen und ähnliche Ansätze auf, erweiterten sie in Zusammenarbeit mit Kremer und prägten einen ganzen Forschungszweig nachhaltig. Die weitreichendste gemeinsame Arbeit von Banerjee, Duflo und Kremer behandelt die effektive Gestaltung von Nachhilfeunterricht in indischen Schulen, wovon bereits über fünf Millionen indische Kinder profitiert haben.

Aus der gemeinsamen Arbeit der Preisträger*innen entstand unter anderem auch das 2003 gegründete Abdul Latif Jameel Poverty Action Lab, benannt nach dem wichtigsten Finanzier des Projekts. Das Poverty Lab umfasst heute knapp 1000 wissenschaftliche Arbeiten von 183 angehörigen Professor*innen in 83 Ländern.

Wir haben auf unserer Website schon eine Reihe von Studien des Poverty Labs zusammengefasst, darunter unter anderem auch eine Arbeit von Abhijit Banerjee über eine TV-Serie im Kampf gegen AIDS. Zwei andere Beispiele sind Arbeiten über sichere Landwirtschaft in Nigeria und wie mit Bankkonten Geschlechterdiskriminierung durchbrochen wird. Das gemeinsame Ziel hinter all diesen Arbeiten: Globale Armut verringern.

Kris Krüg [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

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