Technik

Wissenschaftler*innen stellen ein schlagendes Herz aus Stammzellen her

Am 14 November, 2019

Gute Nachrichten heart

Eine Gruppe amerikanischer Wissenschaftler*innen hat es geschafft, aus Stammzellen ein schlagendes Herz zu züchten. Das „Züchten” eines Herzens soll sowohl deutlich kürzere Wartezeiten bei Herztransplantationen ermöglichen als auch die Gefahr verringern, dass der menschliche Körper das neue Herz abstößt.

Forscher*innen des Massachusetts General Hospital und der Harvard Medical School erprobten die Ergebnisse vorangegangener Studien erstmals an menschlichen Zellen. Zuvor gelang es in Untersuchungen mit Hilfe von Zellmaterial und 3D-Druckern Herzsegmente herzustellen. Diese Strukturen haben keine Herzzellen, bilden jedoch ein Gerüst, auf dem echtes Gewebe wachsen kann. 

Herztransplantationen sind risikoreich, da der Körper das neue Herz als Bedrohung wahrnehmen und in weiterer Folge ablehnen kann. Deshalb  reinigten die Forscher*innen in ihrer Studie 73 nicht transplantationsfähige Herzen mit Reinigungslösungen, um alle Zellen zu entfernen, die den „Selbstzerstörungsprozess” auslösen könnten. Zurück blieb ein mit Blutgefäßen gefülltes Gerüst des menschlichen Herzens.

Pluripotente Stammzellen können zu Knochen-, Nerven-, und Muskelzellen werden. Den Forscher*innen gelang es menschliche Hautzellen in eben solche pluripotenten Stammzellen  umzuwandeln, die später zu Herzzellen werden. Diese Zellen können auf dem Herzgerüst wachsen, wenn sie in einer Nährlösung eingeweicht werden.             

Innerhalb von zwei Wochen wurden die Zellen zu Teilen eines unreifen Herzens. Durch die Verwendung von Elektrizität begannen die Herzen zu schlagen. DIe Forscher*innen erhoffen sich, dass ein so gezüchtetes und zum Schlagen gebrachtes Herz vom menschlichen Körper nicht abgestoßen wird.

Das Wachsen eines neuen, komplett funktionierenden Herzens erfordert mehrere Milliarden an Herzzellen. Bis jetzt konnten die Forscher 500 Millionen von Stammzellen abgeleitete Herzzellen herstellen.

In den letzten Jahrzehnten hat die Forschung schon gigantische Fortschritte gemacht, aber bei der neuen Methode handelt es sich um einen weiteren Durchbruch. Wir teilen die Hoffnung der Forscher*innen, dass auf diesem Weg in Zukunft Herzen transplantiert werden können.

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