Gesundheit

WissenschaftlerInnen gelingt Durchbruch bei krebsbedingtem Haarausfall

Am 20 September, 2019

Gute Nachrichten Cancer_patient

WissenschaftlerInnen der Universität Manchester entdeckten den Grund für schwerwiegenden Haarausfall durch Chemotherapien. Der Durchbruch gibt Hoffnung auf neue Behandlungsmethoden ohne Haarverlust.

Taxane gehören zu wichtigen Medikamenten in der modernen Krebsbehandlung. Sie sind natürliche Hemmer von Zellwachstum und -teilung und werden in der Behandlung von Brust- und Lungenkrebs eingesetzt. In einer neuen Studie konnte das Team um Hauptstudienautor Talveen Purba im Labor nachweisen, dass Taxane nicht nur die Hornzellen bestehender Haarfollikel, sondern auch die dazugehörigen Stamm- und Vorläuferzellen angreifen und wie diese Zellen geschützt werden können.

Den ForscherInnen des Labors von Ralf Paus an der Universität Manchester gelang es mit der Verwendung eines speziellen Medikaments aus der Gruppe der CDK-Inhibitoren sowohl bestehende Haarfollikel als auch die Stamm- und Vorläuferzellen von Hornzellen gegen die schädliche Wirkung von Taxanen zu schützen. CDK-Inhibitoren sind eine relativ junge Gruppe von Medikamenten: Die USA erlaubten als erstes Land im Jahr 2015 die Behandlung mit einem CDK-Inhibitor. Mittlerweile werden sie bei verschiedenen Krebstherapien eingesetzt.

Krebsbedingter Haarausfall ist ein weiterer psychischer Stressfaktor von ohnehin zehrenden Krankheiten. Unser Haar ist ein wichtiger Teil unseres Selbstbilds, Haarverlust deswegen für viele KrebspatientInnen ein Einschnitt in ihre Identität. Die Folgen sind besonders für Frauen dokumentiert: Bis zu 58% der befragten Frauen mit Krebs gaben vor Behandlungsbeginn an, dass Haarausfall für sie die beunruhigendste Nebenwirkung der Chemotherapie sei. Bis zu 8% seien gar gefährdet, wegen der Nebenwirkung auf eine Behandlung zu verzichten. Wie stark der psychologische Effekt von Haarverlust ist, zeigt eine derzeitige Sammelklage gegen ein Pharmaunternehmen in den USA, das nicht vor der Nebenwirkung warnte. Gerade am heutigen Tag sollte aber auf die Wichtigkeit von Behandlungen – vor allem Früherkennungen – hingewiesen werden: Der 20. September ist der Welttag der gynäkologischen Onthologie, also der Heilkunde, die auf Kreberkrankungen des weiblichen Körpers spezialisiert ist

Die einzige momentan verfügbare Maßnahme gegen krebsbedingten Haarausfall ist das Kühlen der Kopfhaut mit speziellen Kühlkappen. Die Behandlung zeigt aber vielen PatientInnen nicht den gewünschten Erfolg. Die ForscherInnen um Dr. Purba erhoffen sich durch eine Verbindung ihres neuen Ansatzes mit der Kopfhautkühlung bessere Ergebnisse.

Die WissenschaftlerInnen heben hervor, dass weitere Untersuchungen auf diesem Gebiet notwendig sind. Trotzdem liefert die neue Erkenntnis nicht nur ein besseres Verständnis des krebsbedingten Haarverlusts, sondern stellt hoffentlich auch den ersten Schritt auf dem Weg zu Krebsbehandlungen ohne Haarausfall dar.

Bild: jennifrog [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

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